Das Geheimnis der Partitur
Ouvertüre: Ein
Vertrag im Dreivierteltakt
Alle Biografen
lügen. Sie schreiben, dass Johann Strauss 1868, auf dem Höhepunkt der
imperialen Depression nach der Niederlage bei Königgrätz, in den Wienerwald
ging, um Inspiration zu suchen. Sie schreiben von singenden Vögeln, raschelnden
Blättern und einer pastoralen Idylle.
Die Wahrheit aber
war eine andere. Strauss ging nicht in den Wald, um Musik zu finden. Er ging,
um ein Geschäft abzuschließen.
Wien lag im
Sterben. Es brauchte eine Droge, die stärker als Opium und billiger als Brot
war. Es brauchte die Illusion der Unsterblichkeit.
Strauss wusste,
wo er sie finden konnte. Der Wienerwald war nie nur ein Park – er war ein
uralter, unersättlicher Organismus, der die Stadt umgab. Die Barriere zwischen
der Welt der Lebenden und der Welt der Schatten.
An jenem Morgen
trat Strauss blass und mit zitternden Händen aus dem Wald, in der Tasche seines
Gehrocks ein zerknülltes Stück Notenpapier umklammernd. Darauf war nicht
einfach ein Walzer skizziert. Es war ein Schema. Eine rhythmische Zelle. Wenn
man diese Musik laut genug und lang genug spielt, erschafft sie eine
Vibrationskuppel, unter der die Zeit stillsteht und die Angst weicht.
Aber in der Ecke
der Partitur, dort, wo normalerweise das Tempo steht, schrieb Strauss mit einer
Tinte, die wie geronnenes Blut aussah, einen Satz, den die Verleger später
sorgfältig wegkratzten: „Die Schuld wird beglichen, wenn die letzte Geige
verstummt.“
Niemand wusste,
was für eine Schuld das war. Niemand wusste, was diesen Rhythmus nährte.
Niemand wusste, warum sich die Musiker des Orchesters nach der Aufführung der
„Geschichten“ so fühlten, als hätte man ihnen Jahre ihres Lebens ausgesaugt.
Die Intrige lag
nicht in den Noten. Die Intrige lag darin, wer in Wirklichkeit dirigierte.
Teil I. Der
Winzer: Fäulnis und Zucker
Ein Märchen
über das, was aus Blut wächst.
Der Wienerwald
beginnt nicht mit Bäumen. Er beginnt mit Weinbergen.
Herr Gruber war
weder ein Schöpfer noch ein Dichter. Er war ein Hüter der Fäulnis. Seine
braunen, knotigen Hände glichen den Wurzeln der alten Reben, die er seit
fünfzig Jahren ausgrub und neu pflanzte. Sein Heuriger „An der alten Maut“
stand am äußersten Rand der Zivilisation, dort, wo das Kopfsteinpflaster der
Wiener Straßen vor dem fetten, schwarzen Waldboden kapitulierte.
„Spürst du es?“,
fragte Gruber, ohne sich umzudrehen.
Der junge Mann im
Frack, der an dem groben Holztisch saß, schauderte. Es war Strauss. Er war im
Morgengrauen hierhergekommen, als der Nebel noch an den Hängen des Kahlenbergs
hing. Vor ihm stand ein Glas mit trübem, noch gärendem Most – „Sturm“.
„Was soll ich
spüren?“, klang die Stimme des Komponisten dumpf.
„Wie sie sich
drängen“, Gruber lächelte schief und schlug mit der flachen Hand auf die Erde.
„Wein wächst
nicht im luftleeren Raum, Herr Musiker. Der süßeste Wein wächst auf Knochen.
Römer, Awaren, Türken, unsere Soldaten... Der Wald verdaut sie alle.“
Der Winzer nahm
eine Traube in die Hand. Die Beeren waren dunkel, fast schwarz, prall gefüllt
mit schwerem Saft.
„Ihr Städter
trinkt Wein, um euch zu amüsieren. Aber Wein ist kein Vergnügen. Er ist das
Vergessen. Die Rebe zieht aus den Toten ihre Erinnerungen, ihren Schmerz, ihre
unerfüllten Hoffnungen und verwandelt all das in Zucker und Alkohol. Wenn du
das trinkst, trinkst du ihr Leben. Du wirst zu ihnen. Und sie bekommen die
Chance, noch einmal in deinem Körper über die Erde zu wandeln.“
Strauss starrte
auf das Glas. Gasbläschen stiegen in einem verrückten, aber seltsam geordneten
Tanz vom Boden auf.
„Eins... zwei...
drei...“, flüsterte Strauss und klopfte mit dem Finger den Takt auf dem Tisch.
Die Bläschen zerplatzten genau in diesem Rhythmus.
„Das ist der
Rhythmus der Gärung“, nickte Gruber. „Der Rhythmus des Zerfalls. Der einzige
ehrliche Rhythmus auf dieser Welt. Du willst eine Musik schreiben, die Wien die
Schande vergessen lässt? Dann schreib nicht über Vöglein. Schreib darüber, wie
süß es ist, zu verfaulen und sich in Rausch zu verwandeln.“
Gruber beugte
sich näher vor, und von ihm ging ein Geruch nach feuchter Erde und übersäuerten
Trauben aus.
„Aber vergiss
nicht, Maestro. Wenn du dir diesen Rhythmus vom Wald borgst, wird der Wald
seinen Anteil fordern. Die Ernte wird immer eingeholt. Früher oder später.“
Strauss trank die
trübe Flüssigkeit in einem Zug aus. Seine Augen weiteten sich. Was er hörte,
war keine Melodie. Es war ein Grollen, das aus der Erde kam. Das Grollen von
Millionen Knochen, die in einem tektonischen Walzer aneinanderrieben.
„Ich werde das
aufschreiben“, flüsterte er. „Ich werde sie dazu bringen, darauf zu tanzen.“
„Natürlich wirst
du das“, wandte sich Gruber ab, richtete sich wieder an seine Reben und verbarg
ein schreckliches Lächeln in seinem Schnurrbart. „Sie werden tanzen, bis sie
umfallen. Und dann werden sie zu Boden für meine neue Ernte.“
Strauss ging
schwankend fort, aber nicht vom Wein, sondern von dem Abgrund, der sich ihm
geöffnet hatte. Er nahm den ersten Teil des Geheimnisses mit sich: Der Walzer
ist die Sublimation des Zerfalls.
Und Gruber blieb
stehen und sah zu, wie der Schatten des Waldes langsam über die Stadt kroch. Er
wusste etwas, was Strauss nicht wusste: In diesem Jahr hatten die Reben
ungewöhnlich viele Ranken gebildet. Sie streckten sich nicht der Sonne
entgegen. Sie streckten sich in Richtung Wien, wie Finger, die bereit waren,
sich um eine Kehle zu schließen.
Und das war erst
der Anfang.
Interludium:
Kristallisation
Strauss schlief
drei Nächte lang nicht. Der in der Gärung des Weins gehörte Rhythmus forderte
einen Ausweg. Er schrieb Noten nieder, und die Tinte auf dem Papier erschien
ihm wie schwarze Adern. Aber Musik auf Papier ist tot. Damit sie lebendig wird
und ihre Ernte beginnen kann, braucht sie Reibung. Sie braucht ein Opfer. Wein
wurde zu Noten. Noten müssen zu Klang werden. Und Klang wird aus dem Schmerz
einer gespannten Saite geboren.
Teil II. Der
Geiger: Bogen und Sehnen
Ein Märchen
über die Mechanik der Ekstase.
Franz Amon mochte
keine Walzer. Er hielt den Walzer für einen Betrug. Er erscheint nur denen als
Leichtigkeit, die sich im Saal drehen. Für diejenigen, die im Orchestergraben
sitzen, ist der Walzer Schwerstarbeit. Es ist ein unnatürlicher Rhythmus: eins-zwei-drei,
eins-zwei-drei, eins-zwei-drei. Das Herz schlägt auf „zwei“. Die Lungen atmen
auf „zwei“. Aber der Walzer bricht deine Physiologie und zwingt dich, auf
„drei“ zu leben.
Franz war die
Erste Geige in Strauss' Orchester. Seine Finger waren hart wie Stiefelsohlen.
Auf der linken Schulter, dort, wo sich die Geige in den Körper grub, war ein
dunkler Fleck – eine Berufsschwiele, die wie der Knutschfleck eines Vampirs
aussah.
Hinter den
Kulissen des Kursalons roch es nach Staub, heißem Wachs und billigem Parfüm.
Franz holte ein Stück Kolophonium hervor. Es war dunkelbernsteinfarben, fast
rot. Der Geiger wusste, woher das beste Kolophonium kam – aus dem Harz eben
jener Kiefern des Wienerwaldes, die an den Hängen wuchsen. Er strich mit dem
Bogen über das Kolophonium. Ratsch-ratsch. Der Bogen bedeckte sich mit weißem
Staub. „Staub“, dachte Franz.
„Wir reiben das
Blut der Bäume in Pferdehaar, um die Sehnen eines Schafes zum Schreien zu
bringen.“
„Meine Herren!“,
Strauss stürmte in die Garderobe. Er war elektrisiert, seine Augen brannten mit
fieberhaftem Glanz. Er sah nicht aus wie ein Dirigent, sondern wie ein
verrückter Ingenieur, der dabei ist, eine Höllenmaschine in Gang zu setzen.
„Heute spielen wir die ‚Geschichten‘. Denken Sie an das Tempo. Nicht langsamer
werden! Kein Rubato dort, wo es nicht angegeben ist. Sie müssen den Rhythmus so
halten, als ob es davon abhinge, ob morgen die Sonne aufgeht!“
Franz tauschte
einen Blick mit dem Cellisten aus. Sie und alle anderen Orchestermusiker
spürten, dass dies nicht nur eine Premiere war. Es war ein Ritual.
Sie traten auf
die Bühne. Der Saal war überfüllt. Das Gold der Epauletten, das Funkeln der
Diamanten, das Rauschen von Seide. Wien war gekommen, um sich zu vergessen.
Wien war gekommen, um sich zu betrinken.
Strauss hob den
Taktstock.
Franz senkte den
Bogen. Und in derselben Sekunde spürte er, wie der Wald in den Saal eindrang.
Es begann mit den tiefen Frequenzen der Kontrabässe – dem Grollen der Erde.
Dann setzten die Bläser ein – der Wind in den Baumkronen. Und dann begann
Franz' Geige zu singen.
Aber es war nicht
seine Hand. Der Bogen bewegte sich von selbst und gehorchte einer monströsen
Trägheit. Eins-zwei-drei. Franz sah, wie sich in den ersten Reihen die Pupillen
einer Dame in Blau weiteten. Sie hörte auf, sich mit dem Fächer Luft zuzufächeln.
Eins-zwei-drei. Ein Offizier, der gerade noch die Niederlage bei Königgrätz
diskutiert hatte, verstummte und lächelte selig.
Die Musik saugte
dem Saal die Unruhe, die Angst, die Gedanken aus. Aber wohin ging das alles?
Franz spürte, wie
die Vibration der Geige durch sein Schlüsselbein direkt in seine Wirbelsäule
drang. Er war ein Leiter. Er war ein Filter. All der Schmutz, all der Schmerz,
den die Musik den Zuschauern abnahm, floss durch ihn hindurch.
Franz' Finger
brannten. Es schien ihm, als wären die Saiten glühend heiß und schnitten ihm in
die Fingerkuppen bis aufs Fleisch. Aber er konnte nicht aufhören. Strauss am
Dirigentenpult wirkte wie ein dämonischer Puppenspieler. Er zog an unsichtbaren
Fäden, und das ganze Orchester und der ganze Saal zuckten im Takt.
Und dann kam der
Moment des Solos.
Die Musik
verstummte. Es blieb nur eine klirrende Stille und das rhythmische Zupfen der
Begleitung. Franz musste jenes süße, zähe Thema spielen. Er spielte. Und mit
jeder Note sah er, wie sich die Gesichter der Menschen im Saal glätteten und
jünger wurden. Die Alten richteten den Rücken auf. Die Frauen erblühten.
Aber aus dem
Augenwinkel sah Franz seine eigenen Hände. Die Haut an ihnen wurde grau und
pergamentartig. Er sah zu seinem Nachbarn, dem Bratschisten – dieser war in
zehn Minuten um zehn Jahre gealtert.
„Gott“, erkannte
Franz, während er weiter die göttliche Melodie zog. „Wir spielen nicht. Wir
spenden Blut. Wir geben unser Leben an sie ab. Strauss verfüttert uns an diesen
Saal.“
Aber anhalten war
unmöglich. Der Bogen war mit der Hand verwachsen. Der Kolophoniumstaub hing in
der Luft über dem Orchester wie der Rauch einer Feuersbrunst. Und in diesem
Rauch glaubte Franz das Gesicht des Winzers Gruber zu sehen, der ihm aus der
Dunkelheit der Loge zunickte: „Komm schon, Geiger. Press die Trauben. Lass den
Saft fließen.“
Als der
Schlussakkord erklang, explodierte der Saal in Ovationen. Die Leute schrien,
weinten vor Glück, sie waren voller Kraft, Energie und Hoffnung. Strauss
strahlte.
Franz senkte die
Geige. Seine Hände zitterten so sehr, dass er den Bogen fast fallen ließ. Er
fühlte sich leer. Ausgeweidet. Gealtert in Augenblicken. Er sah auf seine
Finger. Auf den Fingerkuppen war kein Blut. Aber sie waren absolut weiß,
blutleer.
„Brillant,
Franz!“, Strauss rannte vorbei und klopfte den Musikern auf die Schultern. „Wir
haben sie zum Leben erweckt!“
„Ja“, dachte der
Geiger und blickte in die glücklichen, wahnsinnigen Augen der Menge. „Aber wer
gibt uns jetzt zurück, was wir hingegeben haben?“
Er packte die
Geige in den Kasten, der wie ein kleiner Sarg aussah.
Teil III. Das
Mädchen: Echo im Labyrinth
Ein Märchen
über die Zeit, die stehen blieb.
Ihr Name war
Sophie. Sie war neunzehn, und dies war ihre erste Saison. In jener Nacht tanzte
sie im Kursalon bis zum Umfallen. Der Walzer „Geschichten aus dem Wienerwald“
drehte sie, warf sie in die Höhe, ließ sie nicht zu Atem kommen. Offiziere
lösten einander ab, Gesichter verschmolzen zu Masken, Kronleuchter verwandelten
sich in Feuerräder. Sie kehrte im Morgengrauen nach Hause zurück, aber die
Musik in ihrem Kopf verstummte nicht. Eins-zwei-drei. Eins-zwei-drei. Sie legte
sich ins Bett, aber das Zimmer drehte sich weiter. Ihr Herz schlug in dem
Rhythmus, den Franz Amon mit seinem Bogen vorgegeben hatte.
Und Sophie
verstand: Sie konnte nicht aufhören. Wenn sie aufhörte, würde sie sterben. Oder
verrückt werden.
Sie stand auf,
warf sich ein Tuch um und verließ das Haus. Ihre Beine trugen sie wie von
selbst. Die Stadt war leer, aber das Kopfsteinpflaster unter ihren Füßen schien
ihr wie das Parkett eines Ballsaals. Sie ging dem Klang nach. Es schien ihr,
als würde das Orchester irgendwo in der Ferne noch immer spielen.
Sie durchquerte
die Vorstädte, kam an der „Alten Maut“ vorbei, wo der Winzer Gruber ihr mit
einem schweren, wissenden Blick nachsah. Sophie betrat den Wienerwald.
Hier veränderte
sich die Musik. Der üppige Orchesterklang verschwand. Es blieb nur ein zartes,
zitterndes Zupfen von Saiten. Der Klang der Zither war einfach, bäuerlich, aber
es lag eine solche Sehnsucht darin, dass Sophie der Atem stockte. Es war die Stimme
des Waldes selbst. Nicht furchteinflößend, nicht bedrohlich, sondern unendlich
traurig und verlockend.
Auf einer
Lichtung, bei einer alten, vom Sturm gefällten Eiche, saß ein Mann. Im
Morgennebel schien er aus Schatten und Ästen gewebt zu sein. Auf seinem Schoß
lag eine Zither. Aber nicht seine Finger pressten die Schwermut aus dem
Instrument: Die Zweige des Strauches, die sich über ihn beugten, zupften die
Saiten von selbst.
„Du bist
gekommen“, erklang eine Stimme in ihrem Kopf.
„Ich kann nicht
aufhören“, flüsterte Sophie. „Ich tanze immer noch.“
„Natürlich“,
antwortete der Musiker. „Strauss hat den Rhythmus von mir genommen, aber er hat
dir die Hauptsache verschwiegen. Dieser Rhythmus hat kein Ende. Es ist ein
Ring. Ouroboros.
“ Sophie sah auf
ihre Füße hinab. Ihre Atlasschuhe waren in Fetzen gerissen, ihre Fußsohlen
bluteten, aber sie fuhr fort, kleine Pas zu machen.
„Wie komme ich
zurück?“, weinte sie. „Ich will nach Hause. Ich will, dass es still wird.“
„Stille ist der
Tod, Kind“, antwortete der Musiker. „Dein Imperium fürchtet die Stille, deshalb
tanzt es. Jetzt bist du ein Teil dieser Geschichte. Du bist eines der ‚Märchen‘
dieses Waldes.“
Er schlug auf die
Saiten der Zither. Der Klang war scharf wie ein Peitschenknall. Sophie
erstarrte. In einem Augenblick erkannte sie die Wahrheit: Die Bäume um sie
herum waren keine Bäume. Es waren erstarrte Tänzer. Damen in Krinolinen, die zu
Tannen geworden waren. Offiziere in Uniformen, die zu Eichen geworden waren.
Diejenigen, die früher hierhergekommen waren. Diejenigen, die nicht hatten
aufhören können.
„Strauss hat uns
die Ewigkeit versprochen“, raschelte das Laub mit den Stimmen Tausender
Menschen. „Und wir haben sie bekommen.“
Sophie spürte,
wie ihre Füße in die Erde wuchsen. Wie sich ihre Finger verlängerten und zu
dünnen Ästen wurden. Wie das Tuch zu Rinde wurde. Die Angst verschwand. Es
blieb nur noch Ruhe. Und Musik. Die ewige, leise Musik der Zither, die im
Inneren des Baumstamms erklang. Sophie schloss die Augen. Sie wurde ein Teil
des Waldes, jener Barriere, die Wien vor der Realität schützt.
Epilog: Coda
Der Preis der
Illusion.
Einen Monat
später präsentierte Johann Strauss dem Publikum die endgültige Fassung des
Walzers. Die Kritiker bewunderten die Einführung der Zither.
„Genial!“,
schrieben die Zeitungen. „Dieses Solo klingt, als würde die Natur selbst von
ihrer Unschuld singen!“ „Welche Frische! Welche Leichtigkeit!“
In der ersten
Reihe saß Franz Amon. Seine Hände waren bandagiert. Er applaudierte nicht. Er
wusste, dass in dieser Zitherpartie nicht die Unschuld klang. Darin klang der
letzte Schrei von Sophie und das Rascheln ihres Laubes.
Strauss verbeugte
sich. Hinter seinem Rücken, unsichtbar für das Publikum, stand ein riesiger,
dunkler Wald, der um einen Baum dichter geworden war.
Das Imperium
tanzte. Der Zerfall war gestoppt. Der Preis war bezahlt.





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